Info zur Verwendung: Diesel Treibstoff im Winter

Mögliche Gründe für Probleme bei der Diesel Anwendung im Winter

Im Jahresverlauf können sich im Kraftstofffilter des Fahrzeuges geringe Mengen an Wasser z.B. aus der Luftfeuchtigkeit sammeln (‚Tankatmung‘). Wenn die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sinken, kristallisiert das Wasser des feuchten Filters zu Eis und verringert so seine Durchlässigkeit. Der Filter wird so vereng, dass die Paraffinkristalle des Dieselkraftstoffs zurückgehalten werden und langsam den Filter verstopfen. Dadurch verringert sich die Kraftstoffzufuhr zum Motor oder wird ganz unterbunden.
Es kann auch bei Start des Fahrzeugs wärmer als -20°C der Außentemperatur zu Problemen kommen, insbesondere wenn das Kraftstoffsystem eines Fahrzeugs über Nacht deutlich tiefer abgekühlt worden ist. Wurde das Fahrzeug ungünstig z. B. an nicht windgeschützten Stellen, abgestellt, kann der Wind den Tank wesentlich weiter herunterkühlen als die Außentemperatur anzeigt.


In Österreich wird generell am 1.10. auf Winterqualität gem. ÖNORM EN 590 umgestellt.
Falls sich im Tank eines Fahrzeugs noch wesentlich mehr als eine Restmenge an Sommer- oder Übergangsdiesel aus der Zeit vor dem 1. Oktober befindet und nun Winterdiesel getankt wird, kann man davon ausgehen, dass der Kraftstoff in der Regel nicht ‚winterfest‘ ist. Die sogenannte ‚Kältefiltrierbarkeit‘ ist bei einer solchen Mischung deutlich schlechter als die, die für den Diesel im Winterzeitraum garantiert wird. Die zugesicherte Kältefiltrierbarkeit bei Diesel liegt gem. Norm in der Winterqualität bei -20°C. Der Grund hierfür liegt in den ganz besonderen, natürlichen Eigenschaften von Dieselkraftstoff. Im Diesel sind so genannte Paraffine enthalten, die für die gute motorische Eignung dieses Kraftstoffes erforderlich sind.

Leider haben sie die unangenehme Eigenschaft bei niedrigen Temperaturen ( unter ca. 0°C) aus dem Kraftstoff auszufallen und bei ca. -8°C als Trübung sichtbar zu werden. Damit diese Paraffinflöckchen in der Kälte nicht den Kraftstofffilter im Fahrzeug verstopfen und ihn damit ’stilllegen‘, werden dem Winterdiesel u. a. spezielle Additive in der Raffinerie zugesetzt, die ihn bis unter -20°C filtrierbar halten. Diese Additive können zwar nicht verhindern, dass die Paraffinkristalle ausfallen – sie halten diese aber so klein, dass sie durch die Poren des Filters passen. Pronto Oil sichert seine Qualität ab, denn jede in der Raffinerie produzierte Charge wird vor ihrer Auslieferung u. a. auf die Einhaltung der Grenzwerte für die Kälte-Eigenschaften überprüft.

Keine Selbstbeimischung im Winter bei Diesel:

Bis vor einiger Zeit konnte man dem Dieselkraftstoff bis zu 30 % Ottokraftstoff durch den Autofahrer beimischen, um die Winterqualität des Diesels zu erhöhen. Doch durch die neue Motorentechnologie ist das Beimengen von Benzin nicht mehr zulässig, damit würden auch eventuelle Garantieansprüche verfallen. Auch die Zumischung von Petroleum ist nicht mehr erlaubt. Im Zweifel sollte der Kunde seinen Fahrzeug-Hersteller um Auskunft bitten.

Die Zugabe von sogenannten Flow Improvern (Fließverbesserer/Additiv), die im Handel angeboten werden, ist ebenfalls keine geeignete Lösung. Selbst wenn diese Additive in noch warmen Dieselkraftstoff intensiv eingelöst werden, ist ihre Wirkung problematisch. Die zusätzliche Additivmenge kann bei den bereits vorhandenen Additiven im Diesel eine Über-Additivierung herbeiführen, dass sich diese zusammen mit den Paraffinen am Boden des Dieseltanks absetzen und verklumpen. Wird dieser additivreiche „Paraffinmischung“‘ angesaugt, verstopft er die Filter und ist auch mit Wärme nur sehr schlecht wieder aufzulösen. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass die nachträgliche Additivierung von Pronto Oil Kraftstoff durch den Kunden den Verlust der Gewährleistung durch Pronto Oil nach sich zieht.

Tipps für einen optimalen Winterbetrieb von Dieselfahrzeugen

  • Vor der kalten Jahreszeit Kraftstoffanlage prüfen, eventuell von Wasser befreien und ggf. den Kraftstofffilter austauschen.
  • Kunden, die über eine eigene Haustankanlage verfügen, sollten sicherstellen, dass die Anlage einwandfreien Kraftstoff abgibt. In einigen Fällen können Mikroorganismen sich vermehren und die Ursache für Defekte im Kraftstoffsystem sein.
  • Prüfung der Leistungsfähigkeit der Starterbatterie.
  • Das Fahrzeug sollte, wenn möglich, in einer Garage abgestellt werden. Da die meisten dies jedoch im Freien abstellen, sollten die Kunden darauf achten, nur an einer windgeschützten Stelle zu parken, um den sog. ‚Windchill‘ zu vermeiden. Gerade die zusätzliche Auskühlung durch Wind (ist bis zu 5°C kälter als die eigentliche Außentemperatur) ist oft eine Ursache für morgendliche oder nächtliche Startprobleme.
  • Sommer- und Winterqualität sollte, um die gem Norm zugesicherte Winterfestigkeit zu erreichen, möglichst nicht gemischt werden. Am besten fahren Kunden ihren Fahrzeugtank fast leer und tanken ab Anfang Oktober Winterqualität
  • In besonderen kalten Gebieten (Alpen) sollte man rechtzeitig auf einen speziellen Winter Diesel (CFPP bis zu -35 °C und CP -20 °C) umsteigen. Kontaktieren sie uns dazu, sollten Sie Fragen haben (Kontakt – office/Pronto)